Quo vadis?

Neujahr ist ja immer eine Zeit, in der man sich im Rudel den Mut antrinkt, um Vorsätze auszusprechen, die man nach Wiedererlangen weitgehender Nüchternheit wieder über Bord wirft. Aber ich bleibe hart: Keine Austern oder Wachteleier für Rocco im Jahr 2011! Und auch in sportlicher Hinsicht habe ich bereits Pläne gemacht.

2011 wird eine Verschiebung hin zu kürzeren Distanzen sehen. Klar, der Ironman Austria wird wieder absolute Priorität haben – an der dortigen Berichterstattung und der Bedeutung für den Triathlonsport in Österreich führt kein Weg vorbei. Davon abgesehen werde ich mich aber mehr auf die olympische Distanz konzentrieren. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig.

Da wäre z.B. mal der neue Qualifikationsmodus für das Profirennen bei der Ironman-WM auf Hawaii. Diesem zufolge müsste ich heuer zig Ironman-Rennen bestreiten, um mich für die WM zu qualifizieren. Nachdem der IM Western Australia leider in die Hose gegangen ist, sind die wertvollen Punkte dort leider schon weg. Die kontinentaleuropäischen M-Dot-Bewerbe fallen allesamt in einen sehr knappen Zeitraum, und der Mensch, der sechs Langdistanzen in sechs Wochen ohne langfristige Schäden und auf hohem Niveau bewältigen kann, muss erst in amerikanischen und chinesischen Labors gezüchtet werden.

Bliebe also noch als Ausweg, rund um die Welt zu fliegen und alle sechs bis acht Wochen einen Ironman zu machen. So könnte ich vielleicht ausreichend Punkte sammeln, könnte aber nie einen gezielten Aufbau hinlegen und wäre zum Hauptwettkampf auf Big Island platt wie eine Flunder. Vom finanziellen Aufwand, der mich wichtige finanzielle Ressourcen für eine gute Entwicklung kosten würde, ganz abgesehen.

Generell muss ich aber auch versuchen, endlich in den schwächeren Disziplinen den Anschluss nach vorne zu schaffen. Die drei Monate Boot-Camp an der Gold Coast waren ein erster (sehr) wichtiger Schritt dorthin, jetzt gilt es auf der erarbeiteten Basis aufzubauen.

Genauso im Laufen: Die wachsende Zahl an Umsteigern von der Kurzdistanz verschiebt die Gewichtung der Distanzen hin zu Schwimmen und Laufen. Ein 2:55er Marathon wird in naher Zukunft minimum requirement sein, eine Zeit von 2:50 h eine solide Basis für den Sieg. Und um dorthin zu kommen, muss man nun einmal 10.000 m knapp über 30 min laufen können.

Auch, um wieder mehr Rennhärte und -praxis zu erlangen, macht der Schritt Sinn. Mehr (kurze) Rennen, mehr Herauskitzeln letzter Leistungsreserven dank mehr direkter Duelle, mehr Thrill.

Angedacht sind die österr. Kurzdistanz-Staatsmeisterschaft, ein paar internationale Kurzstreckenwettkämpfe (ich denke an deutsche Liga-Wettkämpfe; wie man sehen kann, dürfte deren System auch international Früchte tragen) sowie wieder der eine oder andere XTerra. 2011 darf ich mit dem Simplon Stomp Fully ein neues rassiges Offroad-Pferd in meinem Vorarlberger Stall begrüßen, welches artgerecht bewegt werden will.

Federleichtes Vollcarbon-Chassis, zigfacher Testsieger: Simplon Stomp


Eine kleine Randnotiz zur österreichischen Veranstaltungslogik: Die österreichischen Mitteldistanz-Staatsmeisterschaften, die ich letztes Jahr gewinnen konnte und heuer in Obertrum ausgetragen werden, werden heuer zwei Wochen (!!) nach dem Ironman Austria ausgetragen. Vermutlich bloß ein bedauerlicher Zufall, schließlich wird der Ironman erst seit 12 Jahren am ersten Juli-Wochenende ausgetragen, und der genaue Termin des nächsten Jahres erst kurzfristig über ein Jahr im Voraus bekanntgegeben. Und natürlich kommt es auch völlig überraschend, dass der eine oder andere Langdistanz-Athlet quasi den IMA machen „muss“, gleichzeitig aber auch bei der MD-ÖM starten möchte.

Eigentlich sollte dies auch im Sinne des ÖTRV sein, allein schon, um zu verhindern, dass auch die Mitteldistanz-ÖSTM mangels hochkarätiger Teilnehmer auf das Niveau der Langdistanz-ÖSTM sinkt (die Misere der LD-ÖSTM in Podersdorf – „Stell dir vor es ist Staatsmeisterschaft und keinen interessiert es“ – wäre eine eigene Abhandlung wert…).
Aber ich alleine werde diese Probleme nicht lösen können. Für mich gilt indes: HTFU!

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6 Antworten zu Quo vadis?

  1. Alex schreibt:

    Toll nun hast Du es geschafft, nun Sitze ich da und sabbere beim anblickt des neuen Stomp wild vor mich hin, und komme der Versuchung nahe die Kriegskasse zu plündern!

    • Rocco schreibt:

      Stomp, Razorblade und Pavo ware damals ganz ursächlich daran beteiligt, dass ich unbedingt mal zu Simplon kommen wollte. Saugeile Hobel, da kann man nix sagen. Steckt viel Innovation drin, die von anderen Firmen später kopiert wurde (Double Chamber Rohre, Vollcarbon-Ausfallenden,…). Unzählige schlaue Details. Haben sich echt den Allerwertesten aufgerissen, um nochmal 3 g rauszuzutzeln…

      Beim Fahren merkst das alles ned. Da isses einfach nur ein sauschnelles Bike, das erst lange nach dir schlapp macht. Ich freu mich schon drauf :)

  2. Martin Petruj schreibt:

    Mag auch so ein Simplon in meinem Fuhrpark haben, hast nicht vielleicht eines zuviel ;-)

    Viel Spaß & noch mehr Erfolg im Jahr 2011

  3. Gutti schreibt:

    Wirst Du auf clincher umsteigen?

    • Rocco schreibt:

      nö, finde tubulars immer noch besser. bessere notlaufeingenschaften, weniger durchschlagsanfällig, richtig aufgeklebt mindestens gleich gut rollend wie die besten clincher, und wenn ich nen groben defekt habe, reiß ich den alten mantel runter, geb den neuen drauf und weiter gehts. da brauch ich dann keine gedanken oder zeit verschwenden, ob im mantel noch irgendwas drinnen steckt, das mir den ersatzschlauch zerstören könnte.

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