Material World: Saucony 2011

Welcher Komiker hat behauptet, Motivation könne man sich nicht kaufen? “Absoluter Schwachsinn!”, wie es im Rennenglisch heißt. Zwei meiner Motivatoren heißen “ Kinvara ” und “ Mirage “, und zwei neue Paare sind heute per Post eingetroffen. Eine Vorstellung inkl. Erfahrungsbericht.

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Den Kinvara kenne ich bereits vom letzten Jahr. Ich bekam ihn im August und wurde damit promp Mitteldistanz-Staatsmeister. Lag jetzt natürlich nicht nur am Schuh, aber hinderlich war er bestimmt auch nicht. Der Kinvara folgt der “keep it simple” Philosophie, deren Anhänger beispielsweise auch die Nike Lunar Racer/Trainer sind: Eine simple, leichte EVA+ Sohle, breit gefertigt und gut dämpfend. Vorteil: Man erspart sich schwere Pronationsstützen, die ein Läufer mit aktivem Stil ohnehin nicht braucht, gibt ihm aber gleichzeitig ein ordentliches, aber nicht störendes Maß an Dämpfung. Zudem ist die Sprengung erfreulich niedrig.

Unterm Strich ergibt das einen wunderbar flotten Schuh, der einen sehr schön über den Vor-/Mittelfuß laufen lässt; störende Härte ist dem Kinvara genauso fremd wie das schwammig-indirekte Gefühl vieler Nikes.

Ebenfalls positiv aufgefallen ist die hohe Laufleistung: Mit meinem ersten Kinvara bin ich von Vollgas-Intervallen bis hin zu Long-Joggs sicher bereits 1.000 km gelaufen. Nun zeigt die Abriebsohle allmählich Verschleißerscheinungen, was aber sicher auch meinem unsauberen Laufstil geschuldet ist. Jedenfalls ein Quantensprung zum Fastwitch 4, der in der gleichen (Leicht-)Gewichtsklasse spielt.

Auch die Haltbarkeit der Dämpfung hat mich sehr überrascht. Normalerweise bin ich auf Grund meiner orthopädischen Probleme sehr anfällig für Verletzungen durch alte Schuhe. Beim mit 1.000 km bereits ausgelatschten alten Kinvara spüre ich zwar inzwischen schon mehr Steine durch als zu Beginn, aber weder Beinhaut noch Achillessehne haben Beschwerden bereitet.

Auch das Obermaterial hält länger als bei herkömmlichen Mesh-Modellen. Beim Kinvara findet man ein dünnes Mesh, über welches sich eine Art Skelett spannt, welches wiederum von einer strapazierfähigen Nylonschicht (ähnlich einer dicken Ballon-Seide) von äußeren Einflüssen geschützt wird.

Hier findet sich auch der große Unterschied zum neuen Mirage. Letzterer bietet zwar die gleiche Sohlentechnologie, ist aber insgesamt etwas “mehr Schuh”. Soll heißen: Dickere Sohle, dickeres Obermaterial aus Mesh, dickere Polsterung. Etwas mehr Komfort bei dennoch sehr niedrigem Gewicht. Wird mein Liebling auf den langen Läufen werden. Vielleicht sogar was für den IM-Marathon, mal sehen. Ein kurzer Probelauf war jedenfalls sehr angenehm.

Insgesamt ist die neue EVA+ Schiene mit Kinvara & Mirage ein Segen für mich. Sie lässt mich leichte, schnelle Schuhe laufen, ohne dabei die Härte der ultraleichten Espandrillos wie Saucony Type A4 oder Asics Piranha spüren zu lassen. Saucony vermarktet den Kinvara jetzt zwar als “ Zweitschuh “, aber wenn selbst ich damit alles von kurz und schnell bis lang und sam laufen kann, will das was heißen.

Nachtrag: Ich habe meinen ausrangierten Kinvara mit dem neuen Modell verglichen. Man kann die 1.000 km deutlich sehen – die Sohle ist im Vorfußbereich noch breiter als sie ohnehin ist (das gibt gute Führung) und runder. Auch der Abrieb ist gut sichtbar. Das Obermaterial ist immer noch voll ok, und es spricht nichts dagegen, den alten Kinvara an Schlechtwettertagen weiterzubenutzen.

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3 Antworten zu Material World: Saucony 2011

  1. Tom schreibt:

    Den neuen Kinvara lauf ich jetzt seit einer Woche! Gestern 30km- und bin sehr zufrieden/begeistert!
    Faszinierend finde ich vor allem das Gewicht.

  2. don tango schreibt:

    also mein kinvara vergleich “1000k-vs-neu” ist anders ausgefallen als bei dir. aber auch anders als ich mir das initial gedacht hab.

    a) sohle bis auf abrieb nicht meier – auch keine breitenänderung
    b) obermaterial wird hinig. kann auch an den gelände u. gerölleinheiten liegen
    c) MASSIVSTER unterschied in der sohlenhärte. der alte ist im vergleich zum neuen weich wie opas nudl bei viagra-entzug.

    • Rocco schreibt:

      b) wird eher am gelände liegen. ich reibe normalerweise immer das obermaterial mit den kleinen zehen durch. der kinvara hats aber ausgehalten
      c) klar, meiner is auch viel weicher. aber im gegensatz zu anderen schuhen schlägt sich das bei mir erstmals nicht in schienbeinkanten- oder achillessehnen-schmerzen nieder. deshalb mein ich, könnte ich ihn an schlechtwettertagen auch noch laufen

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