IM 70.3 Austria: Legen Sie es bitte gleich in die Rundablage!

Seit Sonntag weiß ich: Man kann einen 70.3 vielleicht nicht im Wasser gewinnen, aber definitiv verlieren. Mein Rennen in St. Pölten war jedenfalls nach 30 min bereits vorbei, ehe es richtig los gegangen war. Fünf, setzen!

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(photos by Triangle/Bollwein and Josef Salomon )

Um 7:00 morgens fiel für uns Pros der Startschuss zum Schwimmen durch zwei Seen mit einer 300 m langen Laufpassage. Der Startsprung vom Steg verlief problemlos, aber ich kam nicht richtig „ins Schwimmen“. Bei den Schlägereien an den ersten beiden Bojen habe ich mich vielleicht etwas aus der Fassung bringen lassen, jedenfalls brauchte es gut 500-600 m, bis ich richtig im Rhythmus war. Zu diesem Zeitpunkt aber war vorne der Zug bereits längst abgefahren. Bis in die T1 hatte ich auf die Gruppe mit Philipp Podsiedlik , Michael Göhner und vielen anderen Favoriten, wo ich eigentlich mitschwimmen wollte und sollte, bereits 1:30 min, auf die erste Gruppe sogar 3 min Rückstand. Damit war die Messe eigentlich auch schon wieder gesungen, denn auf eine übermenschliche Radperformance wie von Michi Weiss brauchte ich an diesem Tag nicht zu hoffen.

Ich war folglich um Schadensbegrenzung bemüht, ging anfangs ein ziemlich hohes Tempo (knapp auf und über Kurzdistanz-Wattleistung), konnte aber alleine gegen die Gruppe vorne nur wenig aufholen. Nach 50 km drehe ich mich um und sehe 5 Fahrer hinten nachfahren. Auch legal mit 10 m Abstand (die in der Praxis dann halt 8 m sind) hat man immer noch einen spürbaren Vorteil (schätze ca. 15 W), sodass ich nicht mehr lange gewillt war, meine Wegbegleiter weiter zu chauffieren. Das Tempo schlief damit wieder ein, die Durchschnittswatt sanken und der Rückstand zur nächsten Gruppe wuchs erneut geringfügig an. Im Anstieg nach Gansbach (im Kernstück 8-12% Steigung) konnte ich die Gruppe zum Glück sprengen und mich mit Flo Kriegl, der wieder mal sehr stark am Rad unterwegs war, bis zur zweiten Wechselzone absetzen.

Von dort weg gab es keine Zurückhaltung mehr, wollte ich noch ein paar Plätze gutmachen. Die erste von zwei Runden lief ich echt gut, der Schnitt hat um die 3:30/km betragen. Ab KM 12-13 ging es mir aber plötzlich deutlich schlechter. Die Bronchien hatten zugemacht, ich bekam nur mehr schwer Luft hinein und hinaus, röchelte und pfiff wie eine Dampflok. Schwer ungut, so als ob man durch einen Strohhalm atmen würde. Es wurde immer schlimmer, und irgendwann wusste ich nicht mehr, ob ich noch um meinen Platz kämpfte oder nur möglichst schnell ins Ziel zu den Ärzten wollte. Danke an dieser Stelle an meinen Kumpel Felix, der immer in Reichweite blieb, falls etwas passieren sollte.

Unterm Strich hat dann ein 13. Platz dabei rausgeschaut in einem Rennen, bei dem es sehr eng zu ging. Die Sache mit den Bronchien war sicher nicht optimal, genauso wie die geänderte Sitzposition und die damit verbundenen Begleitumstände: Samstag um 11:00 lade ich mein Simplon aus dem Auto, check nochmal alles durch und komme (zum Glück!) drauf, dass der Deckel meines Lenkervorbaus einen 1 cm langen Haarriss hat! „Zum Glück“ deshalb, weil ein Nicht-Entdecken vermutlich einen Bruch in der ruppigen Abfahrt nach Gansbach inkl. langem Krankenhausaufenthalt zur Folge gehabt hätte. So also bin ich nochmal 1 h nach Hause gefahren, habe einen anderen Vorbau (mit 110 mm x -35° doch ein wenig ungewohnt…) montiert und bin etwas gestresst wieder zurückgefahren. Ich weiß nicht, was mich geritten hat, dass ich am Nachmittag vor dem Rennen 3 cm mehr Überhöhung eingebaut habe. Vermutlich, weil ich den Vorbau schon früher mal gefahren bin, und erhoffte, durch die noch aggressivere Position noch aerodynamischer zu sein. Jedenfalls alles andere als professionell von mir, dieser Fehler geht auf mich. Das nächste Mal sollte ich mir doch auf der Expo nehmen, was zu bekommen ist, und notfalls mit weniger Überhöhung fahren.

So oder so können Bronchien und eine ungewohnte Sitzposition nicht als Ausrede herhalten: Ich habe das Rennen schlicht und ergreifend beim Schwimmen verloren. Daran gilt es anzusetzen, daran muss man arbeiten. Ich könnte mich heute noch schlagen für die Art und Weise, wie ich mich am Sonntag deutlich unter Wert verkauft habe. „Hätti-Wari“ Spielchen werden an dieser Stelle nicht öffentlich gespielt, aber ich für mich weiß, für welche Platzierung meine Form gereicht hätte.

Ich hoffe die anderen St. Pölten Starter hier hatten ein besseres Rennen und eine gute Zeit im Rahmen der, wie ich finde, sehr gelungenen Veranstaltung. Lasst euch bei Vergleichen der Zeiten mit dem Vorjahr keine grauen Haare wachsen – durch die Verlegung der Wechselzone war die Radstrecke 900 m, die Laufstrecke sogar 700 m (21,6 km Gesamtlänge) länger ;-)

Ergebnisse

Noch 18 Tage bis zur Staatsmeisterschaft über die Olympische Distanz!

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5 Antworten zu IM 70.3 Austria: Legen Sie es bitte gleich in die Rundablage!

  1. Flo schreibt:

    Was macht mein Rennbericht vom Wochenende bei dir auf der Seite? :D
    Ich fühle mit dir wenn das Schwimmen nicht läuft ist der Tag für en A….
    Ging mir am Wochenende genauso. Schwimmen zu weit hinten im Pulk und auf em Rad nur das Nachsehen.
    Viel Erfolg beim nächsten Rennen, den Glück ist nur für die Schwachen ;)
    Gruß
    Flo

  2. don tango schreibt:

    jedes schlechte rennen erhöht die chance auf ein optimalen rennen.

    wirst spätestens in klagenfurt erleben.

  3. Martin Kainz schreibt:

    ich hab wirklich leistungsinduziertes asthma, wurde vom Flo schon mehrmals abmontiert am Radl und kann dir nachempfinden was in St. Pöltingen los war…. die überdurchschnittliche Pollenbelastung hat meiner Performance den point blank versetzt…. tja, Training schön und gut, ohne O² kommt der beste Turbo nicht auf Touren! viel Spass weiterhin!

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