Funkyzeit mit Rocco: Aero-Reifenhalter

Ein paar Wochen ist es ruhig um mich gewesen – so soll es ja auch sein, wenn man sich täglich fest einen reinwürgt. Jetzt, kurz vor dem vorläufigen Jahreshöhepunkt (Ironman Austria), kommt wieder frisches Material. Apropos, los geht’s mit einer schnellen, aber effektiven Bastelei für Mr. T!

Im Wettkampf fahre ich gerne Schlauchreifen (neu-deutsch auch „tubular“ genannt). Zum einen, weil sie gut geklebt immer noch super Rollwiderstandswerte haben; zum anderen, weil ich im Defektfall den kaputten Reifen einfach runterreißen und einen Ersatzreifen montieren kann. Im Rennen brauche ich die Gewissheit, dass der Defekt behoben ist, und will nicht die Karkasse stundenlang absuchen müssen, ob da nicht doch ein Dorn noch drinsteckt, der mir den Ersatzschlauch ebenfalls zerstört.

Der Transport des Reifens inkl. CO2 Patrone und Reifenheber benötigt aber natürlich mehr Platz als der Ersatzschlauch einer Drahtreifengarnitur („clincher“). Zuerst hatte ich das Paket mit Duct-Tape im Rahmendreieck am Sitzrohr hinter dem Flaschenhalter befestigt. Aerodynamisch clever, weil die Luft ohnehin bereits von Flasche, Beinen und Kurbel verwirbelt wird; logistisch aber weniger klug, weil man das Tape nicht/nur schwer ohne Ausbau des Hinterrades abwickeln kann.

Nächste Stufe war, den Reifen am Sitzrohr zu befestigen – ähnlich hatte ich es mit der CO2 Patrone in MTB-Zeiten gehalten. War am Simplon Stomp die Aerodynamik noch ziemlich wurst, so war ich am Mr. T aber nur bedingt glücklich. Es ist alles andere als optimal, wenn hinter der Kante des Aerositzrohres plötzlich ein Reifenpaket wartet und die komplette Abströmung vermasselt. Mit ein Grund, weshalb ich ausgesprochener Gegner der ganzen Zwei-Trinkflaschen-mit-drei-Patronen-und-Reifen-und-oh-mein-Gott-vergiss-den-Camping-Gaskocher-und-das-Dreimann-Zelt-nicht Sattelstützenhalter bin. Nicht nur, dass ich mich jedes Mal beim Anblick übergeben muss. Auch in Sachen Handhabung und v.a. Aerodynamik ist das Murks (außer natürlich in den Augen des Radhändlers, der an der Dummheit des Kunden Länge mal Breite verdient).

Klar, dass mein Reifen nicht sooo un-aero ist wie die Camping-Ausrüstung, aber wenn man optimieren kann, warum nicht?

Alles, was Ihr braucht, ist ein Alu-Profil aus dem Baumarkt mit ca. 35 mm Breite (so breit, dass der gefaltene Schlauchreifen genau hineinpasst. Ich habe mir ein 18 cm langes Stück abgeschnitten, die Löcher für die Flaschenhalterschrauben angezeichnet (Abstand am Mr. T waren 64 mm) und anschließend zwei 5 mm große Löcher gebohrt. Eines davon habe ich zu einem Langloch gefeilt, um Lochabstand-Toleranzen an anderen Bikes ausgleichen zu können. Anschrauben, Reifen falten und mit Patrone und Reifenheber zu einem kompakten Paket schnüren (lieber breit als lang) und dieses Paket abschließend mit Klettband (im Baumarkt kostete der Meter Männlein/Weiblein jeweils € 2,50) befestigen.

Violà! Fertig ist die aerodynamisch gut hinter der Flasche versteckte Lösung mit sauberer Abströmung über das Hinterrad. In kalten Wintermonaten könnte man ev. eine bauchige Vollverkleidung aus Carbon basteln, aber der Zeitgewinn wäre wohl geringer als was mit einer zusätzlichen Schwimmeinheit in der gleichen Zeit zu holen wäre.

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12 Antworten zu Funkyzeit mit Rocco: Aero-Reifenhalter

  1. Daniel schreibt:

    Extrem geil, voll zum Posen, mit viel Porn für Training und Triathlon – Max, auf diesen Beitrag hab ich schon soo lange gewartet, danke!!! :-D

  2. Martin schreibt:

    Ich hab’ die Patronen (2 Stk.) mit Gewebeband zusammengeklebt und in den freie Platz unter den Sattel (SLR-T1) wiederum mit Gewebeband befestigt – mit kleiner Abziehlasche sind die Dinger schnell runter’, halten aber trotzdem sicher…

    http://imageshack.us/photo/my-images/718/img1157wm.jpg/

    http://imageshack.us/photo/my-images/846/img1156j.jpg/

    • Rocco schreibt:

      Nett, aber knapper das ned? stells mir dennoch fitzelig vor. Und warum hast es nicht gleich zum reifen oder schlauch geklebt? So musst ja zweimal ein band runterwickeln, wenn du ne Panne hast.

      • Martin schreibt:

        Dort klappert nix – die Lösung mit dem Tape war eigentlich nur eine Übergangslösung bis ich eine kleine „Tasse“ für die beiden Patronen laminiert habe; hält aber so bombig dass ich das wohl eher so belasse.
        Dadurch dass ich das Ende des Tapes umgelegt hab’ entsteht ja eine Art Lasche mit der du das Ding in einer Sekunde runter hast – das Montieren ist allerdings etwas fummelig/klebrig…

        Ich als ich-mach-Tria-weil-ich-dass-Mr.T-so geil-find Hobbysportler fahr’ Training und Rennen mit Drahtwürsten – daher auch nicht so ein (sorry) elendiges Reifenpaket und demzufolge auch nicht die Möglichkeit die Patrone dort zu verstauen.

        Mein comment war also nur eine kleine Anregung dass man ev. Zeugs auch im/unter dem Sitz verstauen kann – außerdem sehen die 2 runden Enden der Patronen etwas aus wie stahlharte Eier ;-)

  3. modoufall schreibt:

    Wer is denn Viola?
    Foto!!

  4. Alu Profil noch weiß lackieren und es passt noch besser ;)

    Wobei, nachdem ich schon von einem Tria Profi „nett“ darauf verwiesen wurde, dass das Plastikkaperl beim Ventil „nur Gwicht is“, ist halt die Frage ob die 11,78 Gramm Farblack plus die 8,902 Gramm Klarlack nicht am Ruperti merkbar die maximalen Watt beeinflusst. Nach einigen Tests im steirischen Hügelland kann ich zumindest die Ventilkapperl Theorie empirisch widerlegen. Ob das „Lack Theorem“ noch bis Sonntag geklärt werden kann ist fraglich.

    Allgemein wünsch ich Österreichs ersten echtem Velosophen alles Gute für den langen Tag an der frischen Luft.

  5. Tobias schreibt:

    Mien Jong, warum machste den nicht einfach horizontal an den Sattel? Dafuer kannste dann die Flasche vom Unterrohr ans Sitzrohr verlegen – ist besser…

    Tobias

  6. philip schreibt:

    Wobei jetzt noch wer den Sicherheitsaspekt der scharfen Alu-Ecken bemängeln könnt :D

    Viel Glück und vor allem viel Spaß am Sonntag

  7. Jordi schreibt:

    haette man auch emmentaler-maessig loechern koennen … bringt min 0,2 mg Ersparnis

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