Die goldene Wander-Anstecknadel

Irgendwie ist heuer der Wurm drin – die Titelverteidigung bei der Österr. Staatsmeisterschaft über die Mitteldistanz in Obertrum/Salzburg ist jedenfalls alles andere als geglückt. Immerhin kann ich nach dem Titel „First out of water“ (IMA 2011) nun auch noch die „Goldene Wanderanstecknadel der Gemeinde Obertrum“ zu meinem Palmarès hinzufügen.

(c) Triaguide

Das Gute vorweg: Mit dem Salbutamol-Spray dürfte das Thema „Asthma“ auch bei Hitzerennen einigermaßen in den Griff zu bekommen sein, auch wenn die Wirkung unter Belastung scheinbar weit schneller verpufft als die versprochenen 4 h Mindestdauer. Schwimmen war endlich wieder gut, einenhalb Minuten Rückstand sind echt ok. Leider konnte ich die Gruppe nach dem Landausstieg nicht ganz halten.

(c) FINISHER Magazin Auf der 30 km langen, dreimal zu fahrenden und vorwiegend sehr hügeligen Radstrecke konnte ich das Defizit schnell wettmachen und befand mich für den Rest der 90 km in einer Vier-Mann-Gruppe mit Local Hero Franz Höher, Commerzbank-Teammitglied Markus Fachbach und Christian Birngruber. Das Tempo war kontrolliert, irgendwie wollte niemand nach vorne wegfahren und so fielen meine Durchschnittswatt nach zwei Runden noch von 250 W auf 230 W hinunter.

Höfer wechselte am schnellsten aufs Laufen, ich hingegen verlor ein wenig Zeit, weil mein Xentis Vorderrad in den zu breiten Halteschienen der Radständer abzuknicken drohte. Nichts ist schlimmer als eine superleichte Sonderedition abzubrechen, von der nur zwei Stück produziert worden sind. Letzten Endes habe sie es aber eh ausgehalten. Ich rannte schnell los, wie ich es in St. Pölten getan hatte, und konnte Fachbach und Birngruber schnell einholen. Ich fühlte mich gut, hatte mich am Rad entspannt fahrend noch als Favorit gewähnt, und war bereit für das finale Duell am Halbmarathon. Nach 2 km war aber plötzlich der Ofen aus – wie aus heiterem Himmel ging plötzlich nichts mehr. Krampfansätze und ein leerer Tank, dazu inzwischen sehr heiße Bedingungen. Ich stand plötzlich da wie angebunden, ging an den Labestellen und versuchte mich mit allen Mitteln wieder auf Normaltemperatur herunterzukühlen.

„Kernschmelze – zur Zeit versuchen Sicherheitskräfte den Reaktor mit frischem Wasser zu kühlen.“

Immerhin, ich bin froh, das Rennen beendet zu haben. Es war weiß Gott kein Triumphzug, viel mehr als ein gemütlicher Morgenlauf war leider nicht drinnen. Es hätte aber viel schlimmer kommen können Team-Kollegin Eva Wutti, ebenfalls Titelverteidigerin, lag überlegen in Führung, ehe sie 1 km vor dem Ziel (!) mit einem Hitzekollaps zusammenbrach. Zum Glück waren die Sanitäter recht flott an Ort und Stelle, und nach einiger Zeit konnten wir ihr noch zur Ziellinie helfen.

Eva Wutti, Siegerin der Herzen

Für unsere Trainingsgruppe die Kohlen aus dem Feuer geholt hat dieses Mal Philipp Podsiedlik, dem endlich ein super Lauf aufgegangen ist, nachdem er bereits die gesamte Radstrecke alleine knapp hinter uns absolvieren musste. Rang 3 gesamt und Vize-Staatsmeister kann sich mehr als sehen lassen – wööd!

Ich selbst musste mich mit einem gemütlichen Long-Jogg und Gesamtrang 11 begnügen. Aber Hauptsache, ich habe es durchgezogen. Vielleicht hatte ich zuwenig getrunken, keine Ahnung. Gegessen hatte ich jedenfalls genug, und auch die Durchschnittswatt spotten jeder Beschreibung: mit 229 W zum schnellsten Radsplit des Bewerbes – da bin ich bereits 2007 auf eine Ironman-Distanz gleich viel Watt gefahren. Und selbst die normalized power, die auf einem derart hügeligen Kurs mehr Aussagekraft hat, ist mit 254 W alles andere als sensationell.

Am Mittwoch mache ich mit Executive Producer eine Ergometrie am Cyclus2, vielleicht finden sich in den Ergebnissen Anhaltspunkte. Prinzipiell klappt es aber im Training sehr gut derzeit!?!

Insgesamt war der Trumer Triathlon eine sehr nette Veranstaltung, allenfalls der Termin zwei Wochen nach dem Ironman Austria war vielleicht etwas unglücklich gewählt. Am Rennen selbst war jedoch kaum etwas auszusetzen, und wer schon immer wissen wollte, wie sich das Energy Lab in Kona anfühlt, hatte am Sonntag hinauf zum Wendepunkt der Laufstrecke viermal die Gelegenheit ;-)

Ergebnisse

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12 Antworten zu Die goldene Wander-Anstecknadel

  1. Anja schreibt:

    Und wir dachten, dass dir dein Scheinben ein Strich durch die Rechnung gemacht hat! So ist es zwar auch nicht toll, aber wenigstens besser als Schienbein! Beim nächsten mal bist du wieder auf dem Podest! :)

    • Rocco schreibt:

      danke Anja! Schienbein war komischerweise problemlos!? Bin aber auch nicht wirklich hart gelaufen, sondern eben nen entspannten Long-Jogg ins Ziel gerodelt. War vielleicht so auch besser, jedenfalls fühl ich mich nicht wirklich kaputt.

      Du bist wieder fit? Astrid startet am Wochenende schon wieder bei ner OD und hat auch bereits wieder ein TT in den Beinen…

  2. Carina schreibt:

    Unter allen Teilnehmern hattest du gestern das stylischte Rad und das beste Outfit :)

    • Rocco schreibt:

      danke! ich finde, es sollte generell einen best-dressed award für triathlon-rennen geben. ähnlich dem „bestes outfit“ preis bei den „Tagen der Wahrheit“ in Graz.

  3. Steffy schreibt:

    Hey, gut dass nix wirklich ernstes war, auch wenn’s natürlich blöd ist, dass ned so gut gelaufen ist. gut, dass’d mit dem Spray zurechtkommst – ich drück dir die Daumen dass du nächstes Mal wieder voll auf Angriff gehen kannst!!

  4. Tom schreibt:

    Mit nem leeren Tank trotzdem noch 11er werden ist eh stark… Aber ist es nicht gut, wenn man mit weniger Watt schneller fährt?
    Ich wünsch Dir viel Erfolg fürs nächste Rennen.
    Nach dem Rennen ist vor dem Rennen! ;)

  5. don tango schreibt:

    ein echter teintologe freut sich über jede minute die er länger in der sonne verbringen kann! und auf lange sicht ist die optikwertung sowieso relevanter!

  6. Karl Distl schreibt:

    wie gehts jetzt weiter? noch ein IM heuer?

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