Koh Samui Triathlon – Tag 1: Chaos A.D.

Ich bin endlich auf Koh Samui gelandet und habe auch bereits zwei Trainingstage für den Koh Samui Triathlon (4/122/30 km) am Sonntag hinter mir. Fazit: Thailand ist anders, in jeder Hinsicht.

Hohe Luftfeuchtigkeit und warmes Klima hatte ich erwartet und bereits in Hawaii kennengelernt. Was ich aber hier vorfinde, ist wirklich heftig. Tagsüber 32° und Luftfeuchtigkeit gegen unendlich. Manchmal ist es diesig vor lauter Schwüle, manchmal fällt feiner Regen, obwohl keine Wolke am Himmel steht. Radfahren geht noch einigermaßen, solange man über 30 km/h bleibt. Die Radrunde am Sonntag ist größtenteils flach, mit drei kurzen, aber 15% und mehr steilen Hügeln. Da platzt einem die Birne. Doch auch beim schnellen Fahren nimmt die Umgebung keinen Schweiss auf.

Coconut Shake entpuppt sich als mörder Trink-Kokosnuss, inkl. Fruchtfleischlöffel.

Wirklich arg ist es beim Laufen. Für mein Asthma ist das Klima die Hölle, auch mit Spray liegt es mir wie ein nasser Sack auf der Brust. Die 30 km werden wohl keine Rekordzeiten bringen, sowohl bei mir, der ich nach 5 Monaten Laufpause (Achillessehnenentzündung) seitdem gerade einmal 3 x 15 min und 1 x 30 min gelaufen bin. Aber egal, 30 km sind auch nur 8 x 15 min laufen. Und vielleicht spielt mir das sogar in die Hände, denn auch gute Läufer werden ihr Tempo wohl drosseln müssen. Meine Laufmuskulatur wird wohl nach 10-15 km kaputt sein. Aber nachdem es eine Wendestrecke ist, wird mir wohl nichts anderes überbleiben, als auch die 15 km retour irgendwie zu laufen.

Geregelte Anarchie

Das war einmal ein Motorroller. Jetzt Truppentransporter mit stillender Frau.

Der Straßenverkehr hier ist abenteuerlich. Kennt wer das Überholmanöver aus dem Film “Indien”? Allein auf den ersten 10 min im Flughafentaxi hatte ich mindestens drei solcher Momente. Es gibt eine nennenswerte Straße, die entlang der Küste einmal um die Insel geht und 57 km lang ist. Pro Richtung eine Spur, und der Verkehr ist so stark, dass er zwei sich gegenläufig bewegenden Ringelspielen gleicht. Am Straßenrand fahren Milliarden Motorroller. Drei Passagiere sind nicht unüblich, helmfrei sowieso. Das Beste waren Vater, Kind eine Mutter, die seitlich sitzend während der Fahrt ein Baby stillte. Die österreichische Rennleitung hätte einen Herzinfarkt. Überholt wird immer und überall, auch und gerade bei Gegenverkehr – und zwar nicht schnell. Exemplarisch eine Episode meiner heutigen Radausfahrt: Ich überhole einen LKW. Mich überholt gleichzeitig ein Scooter, mit geschätzten 1-2 km/h mehr. Ein Pick-Up kommt entgegen. Hinter mir setzt gleichzeitig ein anderes Pick-Up zum Überholen an, ohne Stress mit keinen 5 km/h mehr als ich. Aber mit etwas Wohlwollen und Hupen gehen sich in Thailand ein LKW, ein Radfahrer, ein Motorroller und zwei Pick-Ups nebeneinander auf zwei Spuren aus.

Die Straße selbst ist größtenteils eine Aneinanderreihung von Betonplatten, mit Fugen wie gemacht, um Schlauchreifen zu schlucken. Bei Nässe wird es gefährlich glatt. Zum Glück gibt es nur weniger Kurven. Die Strecke wird für den Verkehr übrigens nicht gesperrt. Man muss höllisch aufpassen und mehr links und rechts schauen, als gerade aus. Es gilt hier immer noch das Recht des Stärkeren, und Hunde, die plötzlich die Straße kreuzen, haben ohnehin immer Vorrang. Zum Glück habe ich bei den ruppigen Straßenverhältnissen keine Scheibe eingebaut, sondern vorne und hinten Xentis Mark1 TT, die ungleich nachgiebiger udn damit komfortabler sind. Viel Auflieger-fahren wird aber dennoch kaum möglich sein, vermute ich.

Frankie, ein Vorarlberger mit Grazer Wurzeln und steirischem Idiom, kommt seit 18 Jahren halbjährlich für sechs Monate her. Alle paar Wochen muss er mit der Fähre 4 hans Festland und rüber nach Burma radeln, um sein Visum zu verlängern. Zum Glück ist die politische Lage in Burma derzeit entspannter, womit das auch ohne Bauchschuss möglich ist.

Ansonsten ist das Leben hier (r)echt lässig. Der Veranstalter lässt mich in nem Appartment im Four Seasons wohnen. Luxus pur mit eigenem kleinen Pool, ich kann es gar nicht fassen. Leider muss man dafür auch den Bausparer auflösen, wenn man sich ein Cola aus der Minibar nimmt. Essen gehe ich in Nathon, einmal Curry mit Reis und frischem Fisch kostet rund 3 Euro. Zum Frühstück gönne ich mir eine Trinkkokosnuss, eine Wucht. Könnte den ganzen Tag Thai Restaurants plündern.

Zum Glück ist morgen Carboloading Tag.

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11 Antworten zu Koh Samui Triathlon – Tag 1: Chaos A.D.

  1. gerald rohaczek schreibt:

    Hallo Max, wegen dem Wettkampf beneide ich dich nicht aber schon wegen des Essens

    lg Gerald ein interssierter Leser deiner Bloqs

  2. Hallo max, habe dich heute starten sehen mit der waldviertler eisenmannhose! Toll”"
    Wir sind im Bandara Hotel, wo auch der deutsche Champ mit arabischen Namen und ein Australier und einige andere untergebracht sind. Haben sie schon seit Tagen beim Frühstück und im Wasser gesehen. Bin stolz auch dich, dass du Österreich vertrittst. Wollte dich anfeuern als du aus dem Wasser gekommen bist bei der ersten runde aber es hat mir die stimme versagt, zuviele Emotionen.
    Dein Bericht gefällt mir auch gut.
    Wir sind nun schon im klimatisierten Zimmer während du noch in der Hitze radelst.
    Hoffe du überstehst es gut. Alles liebe marisa aus wien

    • Rocco schreibt:

      Hallo marisa und danke für die netten worte. WEM Hose hatte ich aber nicht an, das muss die andere Hälfte der österr. Delegation gewesen sein. Der ist/war ja auch beim WEM veranstalterteam Tri team Chaos.

  3. Oh!und wer war die zweite Hälfte? Dachte mir schon dass da mit den 27 Jahren und den ich sah was nicht passt. Bist du nun schon abgereist?
    Ich gratuliere dir jedenfalls recht herzlich für den 7. Platz. Hatte ich mir nicht gedacht nachdem du von deinen Schwierigkeiten im Vorfeld geschrieben hast.
    Der grosse deutsche und damit meine ich die Länge hat scheinbar aufgegeben. Konnte seinen Namen nicht erfahren. Haben viele aufgegeben?
    Weisst du wen ich meine?
    Super toll dein Platz!,,,,!

    • Rocco schreibt:

      der Name vom Zweiten fällt mir gerade nicht ein, mit Namen hab ichs leider so :-( weiss aber noch, dass er ein Tri Team Chaos Mitglied ist und seit zwei Jahren in Thailand (am Festland) mit seiner Frau lebt. Sehr nette Leute, nur mein Hirn ist ein Nudlsieb.

      Der lange Deutsche? Da kann es sich nur um Frank Niemerg handeln. Er ist leider knapp hinter Joszef Majopr in einen Pickup reingedonnert, als dieser Joszef von der Straße drängen wollte, Joszef schrie und bremste, und der Pickup daraufhin auch eine Vollbremsung hinlegte. Bei dem Crash beleidigte sich Frank das Schaltauge, fuhr noch eine halbe Runde weiter, ehe das Schaltauge komplett abbrach und das Rennen damit gelaufen war :-/

  4. Franz Enzl ------nickname:Frankie schreibt:

    hi maxe,war ein wahnsinn+die bedingungen!!!schicke mir deine heimadresse,für fotos+dvd,gr.Frankie ,der simplonbiker von k.samui

  5. Bekomme ich keine Antwort mehr?
    M

    • Rocco schreibt:

      sorry, hat ein wenig gedauert …

      • Marisa schreibt:

        Wie sins die letzte Nacht in Bangkok. Danke für Antwort. Was ist bitte ein schaltauge?

      • Rocco schreibt:

        Das schaltauge is das Ohrwaschel am Rahmen, an dem das schaltwerk angeschraubt ist. Heutzutage ist das austauschbar und aus weichem Aluminium gemacht, damit im Falle eines Sturzes nur das schaltauge, nicht aber der ganze Rahmen verbogen wird. Nachteil ist eben, dass es sich rel leicht verbiegt oder eben abbricht. Und dann is nix mehr mit treten…

      • Marisa schreibt:

        Das ist ja wie bei was gibt’s neues.
        Bist du wieder in Kloburg oder schon wieder unterwegs?
        Wurde dich gerne mal besuchen.

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